Milliardenloch Transrapid - Informationen zu den Kostenberechnungen:


Der Transrapid soll nach dem Finanzierungskonzept der Staatsregierung 1,85 Milliarden Euro kosten – doch diese Zahl stammt aus dem Jahr 2002 und gilt längst als überholt. Angesichts gestiegener Bau- und Materialkosten, zusätzlicher Sicherheitstechnik und nicht zuletzt der erhöhten Mehrwertsteuer, ist diese Summe nicht mehr als ein politisch gewollter Preis.

Die Investitionen sollen nach dem bislang vorliegenden Finanzplan der Staatsregierung fast ausschließlich aus öffentlichen Kassen bezahlt werden: 925 Millionen Euro Steuergelder aus dem Bundeshaushalt, 490 Millionen Steuergelder vom Freistaat Bayern. Noch völlig in den Sternen stehen 100 Millionen Euro von der Münchner Flughafengesellschaft, die Bund, Land und Stadt München gehört und 50 Millionen aus den Kassen der Europäischen Union. Die Deutsche Bahn, Betreiberin der Strecke, will sich mit 235 Millionen Euro beteiligen.

Für unser Transrapid-Spiel sind wir von einer Investitionssumme von zwei Milliarden Euro ausgegangen, die angesichts der drohenden Preissteigerungen noch sehr vorsichtig gerechnet ist. Zwei Milliarden Euro, die weitgehend aus öffentlichen Geldern bestritten werden sollen – und die letztlich fehlen werden, um beispielsweise Kinderkrippen, den öffentlichen Nahverkehr oder Lehrkräfte zu finanzieren.

Grundlage für unsere Berechnungen im Einzelnen:

Studienplätze:
Das statistische Bundesamt hat ausgerechnet, dass ein Studienplatz 7360 Euro pro Jahr kostet. Bei einer geschätzten Studiendauer von 8 Semestern (4 Jahre) sind das knapp 30.000 Euro. Für die zwei Milliarden, die der Transrapid verschlingt, lassen sich also rund 70.000 Studienplätze finanzieren!

Krippenplätze:
Der bayerische Städtetag geht pro Krippenplatz von Investitionskosten von 37.000 Euro aus. Anstelle einer Transrapid-Strecke für zwei Milliarden Euro ließen sich also rund 60.000 Betreuungsplätze für Kinder schaffen!

Linien- und Schulbusse:
Die Anschaffungskosten für einen Linienbus liegen zwischen 300.000 und 350.000 Euro. Für einen Transrapid könnte man also etwa 7.000 Busse kaufen!

Lehrkräfte:
Die Bayerische Staatsregierung geht pro Lehrerstelle von 50.000 Euro aus. Personalkosten, die über mehrere Jahre hinweg bezahlt werden, lassen sich haushaltstechnisch nicht einfach aus dem Hut zaubern. Wir haben daher die Zinsersparnis zu Grunde gelegt, die der Staat realisieren könnte, wenn er die zwei Milliarden für den Transrapid stattdessen zur Rückzahlung von Staatsschulden einsetzen würde. Bei einem Zinssatz von 5 % könnte sich die öffentliche Hand 100 Millionen Euro an Zinszahlungen sparen. Aus dieser Zinsersparnis von 100 Millionen Euro wiederum lassen sich 2.000 Lehrerstellen finanzieren.


Fazit: Der Transrapid ist Steuerverschwendung pur. Deshalb: Stopp den Transrapid!